
Diagnostische Laborproben bei Bienen

Am STUA-Diagnostikzentrum werden aus Bienenvölkern jährlich zwischen 500 und 2000 Proben zur Ursachenermittlung untersucht. Dabei handelt es sich um Bienen, Brutwaben, Futterkranzproben sowie Bienenwachs und Honig. Die eingesendeten Proben stehen dabei immer im Zusammenhang mit erkrankten oder abgestorbenen Völkern oder es liegen seuchenverdächtige Erkrankungssymptome vor, die zeitnah abzuklären sind.
Darüber hinaus werden auch Proben für Gesundheitsbescheinigungen zur Wanderung mit Bienenvölkern und Monitoringproben aus routine-prophylaktischen Gründen untersucht.
Hier finden Sie Untersuchungsanträge, wichtige Informationen zur optimalen Beprobung und der Anlieferung von Tierkörpern, zur Probenlagerung bzw. zum -versand, sowie weiterführendes Infomaterial.
Untersuchungsantrag
Um eine zeiteffiziente Bearbeitung Ihrer Proben gewährleisten zu können, legen Sie bitte jeder Probe einen ausgefüllten Untersuchungsantrag bei. Folgende Informationen sind essenziell: Ihre Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefon und Standort der Bienen). Für die Untersuchungen sind einige kurze Stichpunkte zum Vorgeschehen hilfreich.
In der Bienen-Diagnostik steht Ihnen folgender Untersuchungsantrag zur Verfügung:
- Untersuchungsantrag Bienenprobeneinsendung
für sämtliche Proben von Bienen (z.B. Bienen, Brutwaben,
Honig- bzw. Futterkranzproben, Bienenwachs und Gemüll) benutzen Sie bitte den
„Untersuchungsantrag Bienen“ (zum Download, siehe unten).
Untersuchungs-
antrag
Bienenproben

Untersuchungsantrag Bienenproben-einsendung
Probenentnahme und -versand
- Erkranken
oder verenden Bienenvölker, helfen diagnostische Untersuchungen erkennbare
Ursachen zu finden und zukünftig vorzubeugen. Darüber hinaus ist beim Ausbruch
von anzeigepflichtigen Bienenseuchen, wie z.B. der Amerikanischen Faulbrut,
schnelles Erkennen eine wichtige Voraussetzung um weitere Ausbreitungen auf gesunde
Bestände verhindern zu können.
- Bei Erkrankungsverdacht oder abgestorbenen Bienenvölkern kann der Bienenhalter zunächst immer den Bienensachverständigen hinzuziehen. Oft können bei der Begutachtung am Bienenvolk bereits erste Anhaltspunkte vorliegen.
Planung und Vorbereitung der Probenentnahme
- Bei Fragen/Unsicherheiten aller Art gerne im Labor anrufen; dafür sind wir da!
- Für ein aussagekräftiges Ergebnis ist vor der Probenahme zu beachten: Mindestprobenzahl, Probenmaterial, -menge, -gefäß.
Materialien für eine sichere Probennahme und Versand vorbereiten (siehe unten)
Bienen und Brutwaben einsenden
- Da sich ein Bienenvolk aus verschiedenen Teilen zusammensetzt, ist es erforderlich für eine möglichst umfassende Untersuchung nach Möglichkeit neben Bienen immer auch Bienenbrut zur Untersuchung einzusenden.
- Der richtige Probenumfang und eine geeignete Verpackung ermöglichen gezielte Untersuchungen.
Beachtung des optimalen Beprobungszeitpunktes:
Besteht der Verdacht auf Erkrankung eines Bienenvolkes ist eine zeitnahe Sicherstellung von Probenmaterial vorteilhaft. Zeit und Wettereinflüsse wie Regen oder starke Sonneneinstrahlung können Proben für eine spätere Untersuchung beeinträchtigen oder gar untauglich machen.
Richtige Probennahme und -verpackung sichert die Untersuchungstauglichkeit:
Separate Einmalhandschuhe je Probe verwenden
(vermeidet Verschleppung von Kontaminationen bei der Probenahme).Saugfähige Probenverpackung verwenden;
verhindert Schimmelbildung (Papierhandtücher, Zellstoff, Küchenrolle).Proben nach Volk und Probenart getrennt verpacken
(vermeidet Kreuzkontamination).Seuchendichte Umverpackung (Haushalts-PE-Beutel oder Schraubgläser).



Beispiel für eine geeignete Versand-Verpackung von Bienen- und Wabenmaterial zur Untersuchungsstelle.
Wabenmaterial zusätzlich in Plastiktüte/Müllsack verpacken um Auslaufen oder Durchnässen der Verpackung zu vermeiden (honigdicht).

Benötigte Probenmengen nach Möglichkeit erreichen
100 g Bienen (entsprechen 1000 Bienen = zwei Honiggläser voll)
1 x Brutwabe oder ausgeschnittene verdächtige Brutwabenstücken

Ursachen für eingeschränkte Untersuchungstauglichkeit vermeiden:
- Briefumschläge als Verpackung sind ungeeignet: Proben werden gequetscht, Untersuchungsmaterial kann austreten, deswegen Pakete zum Versand verwenden.

Direkte Verpackung in Plastikfolienbeutel ungeeignet: Gefahr von Schimmelbildung, Fäulnis oder Gärung, deswegen eine saugfähige Probenumverpackung verwenden (Papierhandtücher, Zellstoff, Küchenrolle).
Entnahme von Proben aus verendeten oder erkrankten Völkern zeitnah vornehmen.

Nur eingeschränkte Untersuchung möglich bei länger abgestorbenen Bienenvölkern.
Stark verschimmeltes oder verwestes Probenmaterial nur eingeschränkt untersuchungstauglich!

Wegweiser für die Auswahl geeigneter Probenmaterialien (Bienen, Beispiele):
| Probenmaterial | Fragestellung | Untersuchungsparameter | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Bienenbrut/ Brutwaben | Untersuchung auf Erreger der Amerikanischen Faulbrut, Untersuchung auf Pilzbefall | Kulturelle Anzucht (Paenibacillus larvae), Mikroskopische Untersuchung (Ascosphaera apis) | Bei Verdacht auf Erkrankungen der Bienenbrut (Ursachenermittlung, Ausschluss Seuchenbefall) |
| Bienen | Untersuchung auf Darmparasiten, Varroose, Viruserkrankungen | Mikroskopische Untersuchung, Immunochromatographische Untersuchung (Virusnachweis) | Bei auffälligem Bienentotenfall vor den Fluglöchern bzw. im Beutenboden |
| Futterkranz-proben/ Honigproben | Untersuchung auf Erreger der Amerikanischen Faulbrut | Kulturelle Anzucht (Paenibacillus larvae) | Untersuchungen im Rahmen von Faulbrutverdachtsfällen bzw. in Sperrgebieten, Monitoringuntersuchungen |
Zahlreiche weitere Parameter können sowohl am STUA-DZ als auch in kooperierenden Laboren untersucht werden.
Die Untersuchungskosten richten sich nach der Gebührenordnung des Landes.
In einem bestimmten Umfang übernimmt die TSK die Untersuchungskosten gemäß der Leistungssatzung. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in der TSK BW (Kostenübernahme ggf. vor der Probeneinsendung abklären).
Wegweiser für die Auswahl geeigneter Probenmaterialien (diagnostischer Wegweiser)

Diagnostischer Wegweiser Bienenproben
Bienenproben - Probennahme, Verpackung, Einsendung


Bienenproben - Probennahme, Verpackung, Einsendung
Anlieferung von Bienenproben
Bei offenen Fragen können Sie die Anlieferung von Bienenproben gerne vorab telefonisch anmelden unter der Telefonnummer +49 (0)75 25 / 942 – 0.
Bienenproben nur bei längerer Lagerung bis zum Versand tiefkühlen.
Die Anlieferung ist 365 Tage im Jahr möglich. Mo-Do: 8-12 Uhr und 13-16 Uhr, Fr: 8-12 Uhr und 13-14.30 Uhr, Sa/So/Feiertage: 9-11 Uhr (Notdienst).
Außerhalb der Öffnungszeiten können Proben in den Kühlfächern am Eingang zusammen mit dem Untersuchungsantrag hinterlegt werden.
Übermitteln Sie uns einen ausführlichen Vorbericht mit den Kontaktdaten des Tierbesitzers und des Krankheitsverlaufes des Bienenvolkes/Bestandes.
Spezifische Untersuchungswünsche bitte telefonisch ankündigen.
Leistungskatalog
Im Leistungskatalog Bienen finden Sie eine Übersicht über die Untersuchungen, die wir am STUA in Aulendorf durchführen. Dort finden Sie:
• Untersuchungsparameter (z.B. Untersuchung auf amerikanische Faulbrut)
• Untersuchungskosten
• durchschnittliche Bearbeitungsdauer
• telefonische Durchwahl zum bearbeitenden Laborbereich
Bitte beachten Sie, dass mit „Probenart“ Proben aus verdächtigen Bienenvölkern gemeint sind, die von uns im Rahmen des Leistungskatalogs untersucht werden. Sollten sich Fragen ergeben oder Sie einen gewünschten Parameter nicht finden, kontaktieren Sie uns gerne.
Leistungskatalog

Leistungskatalog Bienen
Merkblätter / weitere Informationen
Merkblätter


Die wichtigsten Bienen-Krankheiten


Kleiner Beutenkäfer (Aethina tumida) fachliche Information


Varroose-Bekämpfung in Baden-Württemberg


Die Schwarzsucht – eine multifaktorielle Bienenerkrankung


Die Asiatische Hornisse - fachliche Information


Varroose – Befallsdiagnose vermindert Bienenverluste


Amerikanische Faulbrut - Hygienehinweise für Imkereien
Unsere weiteren Diagnostikbereiche

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